Gallensteine
Direkt zum passenden Inhaltsbereich
Gallensteine (Cholelithiasis) sind Ablagerungen in der Gallenblase, die durch ein Ungleichgewicht der löslichen Substanzen in der Gallenflüssigkeit verursacht werden. Befinden sich die Gallensteine in der Gallenblase, spricht man von Cholezystolithiasis, während Steine im Gallengang als Choledocholithiasis bezeichnet werden. Gallensteine sind bei Kindern und Jugendlichen selten (0,3-2%) und können durch Fettleibigkeit, Ernährung, chronische Darmerkrankungen sowie Stoffwechsel- und Blutkrankheiten verursacht werden.
Diagnostik
Gallensteine verursachen in den meisten Fällen keine Symptome, was als asymptomatische Cholelithiasis bezeichnet wird. Sie werden oft zufällig bei einer Bauchultraschalluntersuchung entdeckt. Starke Schmerzen können auftreten, wenn Gallensteine den Fluss der Galle blockieren, was als symptomatische Cholelithiasis oder Gallenkolik bekannt ist. Patienten können dann starke Bauchschmerzen diffus oder im rechten Oberbauch, Übelkeit und Erbrechen – insbesondere nach dem Essen – erleben. Liegt eine Entzündung der Gallenblase (Cholezystitis) vor, spricht man von einer komplizierten Cholelithiasis.
Die weitere Abklärung beinhaltet eine Laboruntersuchung, Ultraschal und ggf. eine ERCP oder MRCP. Im Ultraschall werden Steine zuverlässig erkannt. Wenn Steine in den Gallengängen vermutet werden, kann eine Endoskopie mit ERCP (Endoskopisch-Retrograde-Cholangio-Pankreatikographie) (Endoskopie mit Kontrastmittel) notwendig sein.
Unser Behandlungskonzept
Bei asymptomatischen Gallensteinen wird zunächst eine konservative Therapie mit Gallensäuren (Urosfalk) durchgeführt. Bei symptomatischen Gallensteinen empfehlen bei der zweiten Episode eine geplante Entfernung der Gallenblase. Bei komplizierten Gallensteinen (erhöhte Entzündungszeichen, Cholestase, Entzündung der Gallenblase oder der Bauchspeicheldrüse) wird eine umgehende Entfernung empfohlen.
Die Operation erfolgt stets minimal-invasiv mittels Laparoskopie oder auf Wunsch auch als „Single-Incision-Laparoscopic-Surgery“ (SILS). Nach der Operation bleiben Kinder oder Jugendlichen in der Regel ein bis zwei Tage im Krankenhaus. Die Nachsorge umfasst Laboruntersuchungen und klinische Untersuchung vor der Entlassung. Es besteht keine Notwendigkeit zur Fadenentfernung. Sportliche Aktivitäten müssen für 2 Wochen postoperativ pausiert werden.
Nachbehandlung
Nach Entlassung aus unserer Klinik erfolgt die Anbindung in unsere Viszeral-Sprechstunde. In enger Zusammenarbeit mit den pädiatrischen Gastroenterologen und Hepatologen unserer Klinik wird bei Bedarf eine umfassende Ursachenanalyse durchgeführt.