AG ARM / MH
Kinder- & Jugendchirurgisches Forschungszentrum
Anorektale Fehlbildungen sind seltene angeborene Anomalien, die die normale Entwicklung von Anus und Rektum beeinträchtigen und oft komplexe chirurgische Eingriffe erfordern, um die Funktion und Struktur des Urogenitaltrakts wiederherzustellen. Morbus Hirschsprung, eine weitere angeborene Fehlbildung des Verdauungstraktes, ist durch das Fehlen von Ganglienzellen im Darm gekennzeichnet, was zu einer gestörten Darmperistaltik führt. Beide Erkrankungen erfordern in der Regel eine interdisziplinäre Langzeitbetreuung, um die bestmögliche Versorgung der betroffenen Patientinnen und Patienten sicherzustellen.
Unsere Arbeitsgruppe widmet sich der Optimierung von Therapieansätzen sowie der Erforschung der Langzeitergebnisse und Lebensqualität der betroffenen Kinder und ihrer Familien. Wir engagieren uns in multizentrischen klinischen Studien, um neue Erkenntnisse zu gewinnen und innovative Behandlungsstrategien für diese komplexen Fehlbildungen zu entwickeln. In enger Zusammenarbeit mit der kinderurologischen Abteilung erarbeiten wir neue Konzepte für die Transition und erforschen Faktoren, die die interdisziplinäre Versorgung nachhaltig verbessern können.
Durch unsere aktive Mitarbeit in den Netzwerken ERNICA (European Reference Network for Inherited and Congenital Anomalies) und ARM-Net (Anorectal Malformations Network) leisten wir einen wertvollen Beitrag zu internationalen Registern und profitieren gleichzeitig vom fachlichen Austausch und den Ressourcen dieser Netzwerke. Darüber hinaus engagieren wir uns in der Entwicklung evidenzbasierter Leitlinien, die die Versorgung der Patientinnen und Patienten weiter optimieren sollen.
Was das für Patientinnen und Patienten bedeutet
Wie geht es Kindern mit Analatresie oder Morbus Hirschsprung Jahre nach der Operation – und ihren Eltern? Unsere Arbeitsgruppe erfasst Langzeitergebnisse, Lebensqualität und Belastung der Familien und entwickelt daraus bessere Nachsorge. Mit Ihrer Einwilligung nehmen wir Ihr Kind in unser Register (MaRaF) auf.
AG Info
Mitglieder der Arbeitsgruppe:
- Prof. Dr. med. Michael Boettcher
- Dr. med. Marietta Jank (PI)
- PD Dr. med. Rasul Khasanov
- Dr. med. Richard Martel
- Charlotte Reich (PA)
Kooperationspartner:
- Dr. Denis Shapiro (UKHD)
- Prof. Dr. Tobias Banaeschewski (ZI Mannheim)
- Prof. Dr. Christian Schaaf (Humangenetik)
- Dr. Johannes Boettcher (Hamburg)
Klinische Kooperationspartner:
- Prof. Dr. Thomas Menter (Basel)
- Prof. Dr. Peter Kienle (UKHD)
Förderung:
- DFG
- Schwiete-Stiftung
Klinischer Bezug: Kompetenzbereich Kolorektal (kinderchirurgie-umm.de/kolorektal/), FAQ ARM und Hirschsprung · Studien: Studienzentrale (kinderchirurgie-umm.de/studienzentrale)
Fünf ausgewählte Publikationen
- Rossi D, Irvine W, Granström AL, et al. Updated European Reference Network for rare Inherited and Congenital Digestive and Gastrointestinal Anomalies guidelines for the management of rectosigmoid Hirschsprung’s disease 2025. J Pediatr Gastroenterol Nutr. 2026.
- Weil L, Boettcher M, Jank M. Lifelong Urological Follow-up in Patients with Anorectal Malformations: Continence, Urinary Tract Infections, Renal and Sexual Function. Aktuelle Urol. 2026.
- Aubert O, Kuru TH, Samans M, et al. Indirect evidence for the volume-outcome relationship for corrective surgery for anorectal malformations using the IQWIG V24-07 rapid report methodology. Pediatr Surg Int. 2026.
- Wilms M, Samans M, Lacher M, et al. Indirect Evidence for the Volume-Outcome Relationship in Corrective Surgery for Hirschsprung Disease: Insights from Adult Colorectal Surgery. Eur J Pediatr Surg. 2026.
- Sreepada A, Khasanov R, Elkrewi EZ, et al. Urine miRNA signature as potential non-invasive diagnostic biomarker for Hirschsprung’s disease. Front Mol Neurosci. 2024.



