AG Schwerbrandverletzte Kinder und Wundheilung
Kinder- & Jugendchirurgisches Forschungszentrum
Die Klinik ist ein überregionales Zentrum für die Behandlung schwerbrandverletzter Kinder und bietet eine Plattform für die Translation von Forschungsergebnissen in die klinische Praxis. Der Schwerpunkt der Arbeitsgruppe liegt auf der Erforschung der Wundheilung und Narbenbildung, die bei dieser Patientengruppe häufig durch übermäßige Fibrosierung gekennzeichnet ist. Diese führt zur Ablagerung von Kollagen und anderen Matrixproteinen und begünstigt die Entstehung hypertropher Narben. Da diese Narben nicht mit dem umgebenden Gewebe mitwachsen, kommt es zu Kontrakturen, die wiederholte Korrektureingriffe während des Wachstums erforderlich machen.
Narben nach Verbrennungen wachsen nicht mit und können Bewegungen einschränken. Wir erforschen, warum manche Wunden überschießend vernarben, und testen Wirkstoffe, die Wundheilung verbessern und Narbenbildung bremsen – damit brandverletzte Kinder seltener nachoperiert werden müssen.
Die genauen Mechanismen der Narbenbildung sind jedoch noch nicht vollständig verstanden. Ziel der Forschung ist es, die zugrundeliegenden Prozesse besser zu verstehen und zur Entwicklung effektiverer Therapieansätze beizutragen. Hierzu werden systematische klinische Studien durchgeführt, Narbenproben gesammelt und klinische Outcomes detailliert erfasst.
Zur Analyse der pathophysiologischen Prozesse kommen diverse molekulare und zellbiologische Methoden zum Einsatz, darunter:
- RNA-Sequenzierung zur Identifizierung von differentiell exprimierten Genen
- Single-Cell-Analysen zur Untersuchung der zellulären Heterogenität in Narbengewebe
- Proteomik zur Charakterisierung der Proteinzusammensetzung
- Massenspektrometrie zur Analyse spezifischer Proteine
- Durchflusszytometrie zur Untersuchung der Aktivität von Immun- und Fibroblastenpopulationen
- Multiomics-Ansätze zur Integration genomischer, transkriptomischer und proteomischer Daten
Durch die Kombination dieser Ansätze wird angestrebt, ein tieferes Verständnis der molekularen Mechanismen der Narbenbildung zu erlangen und gezielte therapeutische Strategien zu entwickeln, die in der klinischen Praxis validiert werden können.
AG Info
Mitglieder der Arbeitsgruppe:
- PD Dr. med. Julia Elrod
- Dr. rer. nat. Jasmin Knopf
- Prof. Dr. rer. nat. Dr. med. habil. Martin Herrmann
Doktorand*innen:
- Yuqing Lu, Ph.D.
- Dr. med. Richard Elrod
- Yangling Shi, Ph.D.
- Laura Blum, Ph.D.
Kooperationspartner:
- Prof. Dr. Clemens Schistl (UK Zürich)
- Prof. Dr. Gabriel Hundeshagen (BG Ludwigshafen)
Förderung:
- Baden-Württemberg Stiftung
Fünf ausgewählte Publikationen
- Elrod J, Mohr C, Branski L, et al. Country economic status is strongly associated with burn survival – validation of the (modified) ABSI. Int J Equity Health. 2025.
- Lenz M, Allorto N, Chamania S, et al. Availability, effectiveness and safety of cadaveric and fresh allogeneic skin grafts in pediatric burn care-a review. Cell Tissue Bank. 2025.
- Schiestl C, Neuhaus K, Meuli M, et al. Long-Term Outcomes of a Cultured Autologous Dermo-Epidermal Skin Substitute in Children: 5-Year Results of a Phase I Clinical Trial. J Burn Care Res. 2025.
- Renkert M, Günter F, Mohr C, et al. Nanocellulose significantly reduces number of anesthetics, hospital days, and in-patient dressing changes compared to PU-Foam Dressing: A prospective cohort study in children. Burns. 2024.
- Elrod J, Lenz M, Kiwit A, et al. Murine scald models characterize the role of neutrophils and neutrophil extracellular traps in severe burns. Front Immunol. 2023.



